13. Dezember 2020

Der Mensch als Vernunftwesen

 

„Der Mensch lernt es (das Sprechen) erst im Laufe seiner ersten Lebensjahre und beherrscht es danach mehr oder weniger gut. (…) Er täte es jederzeit, ununterbrochen und stets vollkommen fehlerfrei. (…) Entsprechend ist es mit der Vernunft. Auch sie zeigt sich in bestimmten Fertigkeiten, von denen wir auf Fähigkeiten schließen.“                                                                                                                                                                                                                                                                                      Volker Gerhardt (1944)

Volker Gerhardt bezieht sich in seinen Texten auf die Vernunft des Menschen. Er stellt sie mit dem Sprechen gleich. Er behauptet, dass der Mensch die Vernunft jederzeit fehlerfrei zu verwenden versucht. Genau so wird die Sprache verwendet, jeder will fehlerfrei sprechen und keinesfalls einen Fehler begehen. Dies wird als Fähigkeit angesehen, die nicht jeder Mensch perfekt beherrscht, niemand kann perfekt Sprechen, aber genau so kann nicht jeder Mensch vollkommen vernünftig sein. Doch ohne die Vernunft ist es uns schier unmöglich zu sagen, womit es uns ernst ist oder worauf es uns ankommt.

Fehlende Vernunft ist in unserer Gesellschaft oft aufzufinden. Als Beispiel steht die Maskenpflicht, welche von vielen ignoriert oder missachtet wird. Um andere und sich selbst zu schützen, ist es vorgegeben eine Maske zu tragen. Von vielen Menschen wird diese Maskenpflicht nicht wahrgenommen, es werden Mitmenschen und die eigene Gesundheit in Gefahr gebracht. So distanziert sich der Mensch von der Vernunft und handelt unüberlegt. Dieses sinnbefreite Verhalten führt zu steigenden Ansteckungszahlen, eine Verlängerung der Krise und mächtigen Wirtschaftsschäden und beeinflusst somit zusätzlich unsere Gesellschaft.

Es ist deshalb wichtig, sich manchmal nicht von den Wünschen und Gefühlen leiten zu lassen, sondern von den manchmal unbequemen Wahrheiten. Der Mensch ist das einzige Tier, das sich selbst gegen die intensivsten, eigenen Empfindungen entscheiden kann, wenn dies aus Überzeugung zum Besseren führen kann. Durch die Vernunft wird die Welt zu einem besseren Ort. Jeder Mensch trägt die Freiheit, sich für die Vernunftgründe zu entscheiden, in sich. So wie er die Fähigkeit zum Sprechen in sich trägt. Beides müssen wir üben. Trotzdem: Jeder kann die Vernunft mehr oder weniger gut einsetzen, um sich und sein Umfeld zu schützen. Ob es die Maskenpflicht oder die Freundlichkeit ist, jeder einzelne kann dazu beitragen, überlegter mit seinem Umfeld zu agieren.

Was wäre die Welt ohne die Vernunft?

Lasst uns in der Weihnachtszeit vernünftig sein. Lasst uns unsere Masken tragen, damit wir unbesorgt mit der Familie das Fest der Liebe feiern können.

 

Matti Kraus, Viktoria Grätz

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