Zitternde Beine, verschwitzte Handinnenflächen und ein trockener Hals: Die meisten Schüler
sitzen wohl eher ungerne in einer Prüfung, in der sie unter permanenter Beobachtung durch
ihre Lehrer stehen und in der „Jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird“, wie eine Lehrerin
es beschreibt. Noch schlimmer, wenn es dabei um das Bestehen des eigenen Abiturs geht.

Seit letztem Freitag, den 19. Juni, hat es wieder ein Jahrgang an der IGS Buchholz durch
eben diese Prüfungen geschafft. Nachdem die SchülerInnen in einer Vorbereitungszeit von
20 Minuten die gestellten Aufgaben bearbeitet, diese anschließend vor den Prüfern
präsentiert und sich zu guter Letzt den Fragen der LehrerInnen gestellt haben, liegen nun die
mündlichen Abiturprüfungen 2020 endlich hinter ihnen.

Während der drei Prüfungstage herrschten vor allem zwei Stimmungen auf dem Schulhof: Erleichterung bei denen, die die Prüfung bereits absolviert haben, und Aufregung unter den SchülerInnen, die noch auf ihre
Prüfung oder ihre Note warten müssen.
Die Art der Ängste vor so einer Prüfung sind bei vielen SchülerInnen ähnlich. Was passiert,
wenn man in der Vorbereitungszeit ein Dokument bekommt, das man nicht versteht? Oder,
wenn einem mitten in der Prüfung einfach nicht mehr einfällt, was man gerade auf die Frage
antworten wollte?

Diese Szenarien sind ja nicht gerade abwegig und kommen durchaus auch vor, wie einige Abiturienten berichten. So erzählen mehrere, dass sie eine Frage nicht gleich verstanden haben und erstmal nachdenken mussten oder zu stottern anfingen und sich verhaspelten. Auch wurden die 20 Minuten, die einem in der Vorbereitungszeit zur Verfügung stehen, allgemein als sehr kurz empfunden. Einige SchülerInnen mussten daraufhin während der Prüfung improvisieren, da sie in den 20 Minuten Vorbereitungszeit nicht mehr alles geschafft hatten. Hinzu kommt die Nervosität vor solch einer Prüfung, die es einem noch erschwert, eine Struktur in seinen Gedanken aufrechtzuerhalten und die Ruhe
zu bewahren. Eine Abiturientin meint sogar, die Prüfung an sich sei gar nicht schlimm
gewesen, die vielen Gedanken, die man sich vor der Prüfung mache, seien deutlich
nervenaufreibender: "Nur die Führerscheinprüfung ist da rangekommen."

Was kann man also tun, um die eigenen Horrorszenarien zu umgehen?
Eins empfehlen alle Abiturienten: Man sollte sich nicht zu viele Sorgen im Vorfeld der
Prüfung und danach machen, dadurch könne man eh nichts verändern. Stattdessen helfe
eine gute Vorbereitung, um auf die Fragen der Prüfer antworten zu können und vor allem um
sich sicherer zu fühlen. Denn wenn man viel weiß, kann man auch gelassener und
selbstbewusster in eine Prüfung gehen.

Außerdem kann es helfen, sich bereits als ZwölftklässlerIn als Gast eine mündliche Prüfung anzusehen. So lernt man den Ablauf kennen und ist vielleicht ein wenig entspannter, wenn man im nächsten Jahr selbst an der Reihe ist. Immerhin hat man dann eine Vorstellung davon, was einen erwartet. Ein Lehrer
empfiehlt Gummibärchen, um ruhig zu bleiben. Davon stehen in allen Prüfungsräumen jede
Menge auf den Tischen- natürlich einzeln verpackte, keine offenen Süßigkeiten - angerührt von den Prüflingen werden sie allerdings fast nie, erklärt er.

"Das Wichtigste ist, dass man entspannt und authentisch bleibt." raten zwei Lehrerinnen.

Auffällig ist, dass die meisten Abiturienten, die die Prüfung hinter sich haben und auf ihre
Noten warten, oft sehr angespannt sind und ihr Ergebnis nur schlecht und wenn, eher verhalten
einschätzen können. Nachdem sie ihre Noten erhalten haben, sieht das bei vielen ganz
anders aus. Die meisten sind positiv überrascht von ihrem Endergebnis und wirken
dementsprechend erleichtert.
In einem sind sich alle einig: Die Zeit während der tatsächlichen Prüfung geht wahnsinnig
schnell vorbei. Zudem empfanden viele die Fragen der Lehrer und das Material als fair und
eine Abiturientin zeigt sich sehr erleichtert über die Freundlichkeit der Prüfer, wodurch sie gleich zu
Beginn das Gefühl hatte, dass das schon gut gehen werde.

Und wenn man trotz der guten Vorbereitung und den freundlichen Prüfern einen Blackout
kriegt? Einfach einen Schluck Wasser trinken, meint ein Abiturient. Oder wie es ein anderer
Abiturient empfiehlt: „Ruhig bleiben und atmen“.

Wer seine Stimme nachträglich doch noch herausgeschnitten haben möchte, der melde sich bitte bei Frau Stegemann.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.