Interview mit einem Oberstufenschüler

Nach dem Interview zur Gestaltung und Organisation der Schulparty ergab sich für die Nachwuchsreporter des Pausenbrötchens die Gelegenheit, den Oberstufenschüler Malte (Q3) auch noch zu weiteren Themen auszufragen. Ein Ausschnitt aus dem Anschlussgespräch beschäftigt sich mit dem bevorstehenden Abitur, dem gerade überstandenen Vorabitur und den brandaktuellen Präsentationen im Seminarfach.

Obwohl diese Themen für die Pausenbrötchen noch weit entfernte Zukunftsmusik sind, konnten sie einige allgemeine Tipps zur Vorbereitung auf Prüfungen und Präsentationen (Referate) mitnehmen.

Wir befinden uns jetzt ein knappes halbes Jahr vor den Abiturprüfungen. Sind Sie schon im Abistress?

Momentan überwiegt die Erleichterung, das Vorabi hinter sich gebracht zu haben. Allerdings geht es gleich weiter, da wenig Zeit bis zu den Präsentationen im Rahmen des Seminarfaches bleibt.

Wie hängen die Seminarfacharbeiten mit den Präsentationen im Seminarfach zusammen?

Je nach Seminarfach werden Teile der Facharbeit vorgestellt oder ein neuer Themenschwerpunkt innerhalb des Seminarfachthemas erarbeitet, weil die Präsentation eine Vertiefung zur Seminarfacharbeit sein soll. Wenn z.B. eine Facharbeit zu Frauenbildern in der Literatur geschrieben wurde, kann die Präsentation die Autorinnen in den Blick nehmen.

Gibt es bestimmte Kriterien, die außerdem beachtet werden müssen?

Ja, bei den Präsentationen im Seminarfach muss die Eigenleistung, die über die Facharbeit hinaus geht, sichtbar sein. Zum Beispiel sollten Theorien mit Umfragen oder eigenen Analysen überprüft werden, sodass eigene Ergebnisse entstehen. Außerdem soll ein kurzes Handout erstellt werden, das vorher der Seminarleitung zugeschickt wird. Karteikarten sind zwar erlaubt, freie Vorträge auf bildungssprachlichem Niveau werden aber besser bewertet. Man sollte außerdem auf seine Körpersprache achten, damit man die Zuhörer nicht irritiert.

Es können alle Medien genutzt werden und Experimente und Interaktionen mit den Zuhörern sind gerne gesehen, weil diese das Risiko eingehen, auch daneben zu gehen.

Worin besteht Ihrer Meinung nach die besondere Herausforderung bei den Präsentationen?

Besonders schwierig ist es, nicht zu viel oder zu wenig in der Präsentation zu zeigen, weil oft sehr weite Themen für die Seminarfacharbeit gewählt werden und später nur eine kleiner Ausschnitt daraus gezeigt und vertieft werden kann. Da blutet einem das Herz, wenn man die Hälfte seiner Präsentationsfolien wieder rausschmeißt und immer wieder zweifelt, ob es am Ende nicht doch zu wenig wird. Man muss also sein Thema sehr stark reduzieren, damit man in 15 bis 20 Minuten eine intensive und in sich geschlossene Präsentation halten kann. Dafür ist es wichtig, die Forschungsfrage, die im Vortrag beantwortet werden soll, am Anfang zu stellen und am Ende zu beantworten. Diese darf aber eben nicht zu kompliziert sein, damit man sie zusammenhängend innerhalb der Zeit beantworten kann.

Wie kann man sich gut auf seine Präsentation vorbereiten?

Ich würde empfehlen, sich vorher mal aufzunehmen und sich danach selbst anzugucken. Dann fällt einem auf einmal auf, was für komische Gesten man plötzlich macht. Vor allem sollte man beim Vortrag die Füße und Hände ruhig und offen halten und locker bleiben. Sobald man sich irgendwie verspannt, sieht das ganz komisch aus. Auch sollte man die Arme nicht verschränken, weil das abwehrend wirkt, und, wenn man etwas z.B. an einer Darstellung auf der Präsentation erklärt, klare Gesten benutzen und nicht diffus herumfuchteln.

Ich habe mich im Seminarfach vorher mal aufnehmen lassen und habe gemerkt, dass ich ganz merkwürdig mit dem einen Bein schlenkere. Moment, ich mach das mal vor (steht auf, steht auf dem hinteren Fuß und schwenkt das vordere Bein auf Knöchelhöhe vor sich hin und her). So ungefähr. (Es sieht aus wie ein Tanz, den man mit verschränkten Armen und unter lautem Mitsingen auf Volksfesten in Osteuropa finden könnte.) Man macht sich keine Vorstellungen, wie absurd man sich bewegt, während man sich auf seinen Vortrag konzentriert, bevor man sich das mal selbst angesehen hat.

Das klingt ja nach überraschend viel Spaß bei den Vorbereitungen. Jetzt haben Sie viel zu den Präsentationen gesagt, haben Sie abschließend noch Tipps zum Vorabitur für den nächsten Abiturjahrgang?

Es klingt so blöd, aber: Fangt am besten schon in den Herbstferien an, für umfangreiche Fächer, wie z.B. Mathe, zu lernen! Macht eh keiner – aber das ist einfach der beste Tipp.

Außerdem ist es sinnvoll, sich Überblickstabellen der Inhalte und Fachwörter aller Rahmenthemen seit Anfang der Q1 zu erstellen, damit man merkt, was man noch wiederholen und nacharbeiten sollte.

Schließlich kann man sich schon überlegen, welche Semesterübergriffe (unterschiedliche Themen, die man in den Q-Phasen hatte) in Sprachen und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern sinnvollerweise drankommen könnten.

Letzte Frage: Wie geht es Ihnen aktuell kurz vor Weihnachten?

Vor dem Vorabi war der Stress schlimmer. Die Simulationssituation in den Vorabiturklausuren war total hilfreich, um einschätzen zu können, was auf einen zukommt. Jetzt hat man auch einen realistischen Eindruck vom Notenbild unter Abiturbedingungen. Bei den meisten kommt es auf die Ergebnisse an. Einige sind ziemlich in Panik, wenn es nicht gut gelaufen ist, weil der Notendruck plötzlich stark spürbar wird. Alle anderen können jetzt erstmal entspannt in die Weihnachtsferien gehen.

Vielen Dank für die Einblicke und die vielen Hinweise, die Sie an den nächsten Jahrgang weitergeben können. Wir werden uns kurz vor dem schriftlichen Abitur zum Thema “Abistress” noch einmal wiedersehen.

Interview: Nora D. und Isabelle D./ Redaktionelle Unterstützung und Verschriftlichung: Frau Stegemann

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